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Was eine Schlossöffnung kosten darf

Schlüsseldienst-Unternehmen bewegen sich auf dem freien Markt. Sie unterliegen keiner Preisbindung. Preise können daher beliebig festgelegt werden. Dennoch gibt es Grenzen. Denn wenn mehr als das doppelte üblicher Beträge verlangt wird, kann es sich “Wucher“ handeln. Als Wucher gilt ein Preis, wenn er in einem Missverhältnis zur erbrachten Leistung steht. Wobei erschwerend das Ausnutzen einer Zwangslage oder den Mangel an Urteilsvermögen dazu kommen kann. Für eine normale Türöffnung darf der Schlüsselnotdienst keinesfalls am Tag 500 oder in der Nacht 1.000 Euro verlangen.

Wie viel darf ein seriöser Schlüsseldienst kosten?

Die Preise für einfache Türöffnungen sollten sich in Großstädten wie Hamburg, München, Frankfurt oder Berlin am Werktag zu den üblichen Arbeitszeiten bei 100 bis 130 Euro bewegen. An Sonn- und Feiertagen bei 250 Euro, an Samstagen, abends oder nachts. Am Abend, in der Nacht liegt die Pauschale bei um die 200 Euro, Anfahrt und Mehrwertsteuer jeweils eingeschlossen. Zusätzliche Kosten entstehen dann, wenn die Arbeitszeit länger als 15 Minuten beträgt. Bei einer einfachen Türöffnung sollte das nicht der Fall sein.

Türöffnung hohe Kosten rechtens

Wenn Sie wegen einer ins Schloss gefallenen Tür den Schlüsseldienst rufen müssen, sollten Sie sich über möglicherweise hohe Kosten im Klaren sein. Selbst wenn eine Türöffnung nur wenige Sekunden dauert, darf die Rechnung vom Schlüsseldienst mehr als 320 Euro betragen. So steht es in der Urteilsbegründung einer Klageabweisung durch das Amtsgericht Augsburg im Jahr 2010. Eine Verbraucherin gegen die ihrer Meinung unverhältnismäßig hohen Preise geklagt, jedoch ohne Erfolg.

Hohe Preise bedeuten nicht gleich Wucher. Die Richter folgen damit den Ausführungen eines bestellten Sachverständigen. Dieser verweist auf eine übliche Grundpauschale von um die 150 Euro. Zuschläge von 50 bis 100 Prozent kommen außerhalb der normalen Arbeitszeiten oder am Wochenende hinzu. Begründet werden hohe Kosten des Schlüsselnotdiensts mit den erheblichen Gebühren für Callcenter, Werkzeug- und Personal oder Nachtdiensten. Der Gutachter macht zudem deutlich, dass es große Kostenunterschiede zwischen einem Schlüsseldienst Kassel und einem Schlüsselnotdienst gibt.

Wenn ein Handwerker wie Schlosser oder Schreiner noch anderweitige Einnahmen hat und nach einer Terminvereinbarung tätig wird, kann das etwa 50 Euro kosten. Als Kunde müssen Sie länger warten. Die Notdienste leisten rund um die Uhr (24 Stunden Bereitschaft). Die Erledigung von Sofort-Aufträgen bildet die einzige Einnahmequelle.

Schlossöffnung überhöhte Gebühren zurückfordern

Sollten Sie für eine Schlossöffnung sehr hohe Gebühren bezahlt haben, nehmen sie das nicht hin. Werden bei einer Notöffnung überhöhte Gebühren verlangt, kann es sich laut Strafrecht um Wucher handeln (§ 291 StGB). Der Vertrag wäre gemäß Zivilrecht sittenwidrig. Sie können überzahlte Beträge zurückfordern.

Legen Sie Ihre Schlüsseldienstrechnung einem Fachmann oder einer Verbraucherschutzorganisation zur Prüfung vor. Orientieren Sie sich an der üblicherweise zu zahlenden Vergütung. Eventuelle Zuschläge rechnen Sie mit ein. In der Mehrzahl der Fälle wird ein Fachmann beispielsweise vom Schlüsseldienst Frankfurt eine lediglich zugefallene Tür ohne extra Materialeinsatz (neues Zylinderschloss usw.) öffnen.

Für eine gerichtliche Auseinandersetzung mit anwaltlicher Beteiligung müssen Sie mit gewissen Kosten rechnen. Bei einer Schlüsseldienstrechnung mit einem Streitwert von 500 Euro fallen etwa 220 Euro plus Postpauschale (20 % der Gebühren). Obendrauf kommt noch die Mehrwertsteuer. Falls Sie den Rechtsstreit verlieren, zahlen Sie die Kosten des Gegenanwalts. Wenn Sie erfolgreich klagen, werden dem Verlierer alle Gebühren und Auslagen aufgebürdet.

Es gibt noch die Möglichkeit, dass Sie Strafanzeige erstatten und die Staatsanwaltschaft führt daraufhin ein Strafverfahren bis zur Anklage durch. Dann können Sie einen Antrag auf Schadenswiedergutmachung stellen. Das kostet Sie keine Gerichtsgebühren. Gelten Sie als mittellos, können Sie auf Staatskosten (Beratungskosten- und Prozesskostenhilfe) klagen. Unter Umständen beteiligt sich Ihre Rechtsschutzversicherung am Verfahren und den Kosten. Anfallende Rechtsanwalts- und Gerichtskosten trägt bei Prozessgewinn die Gegenseite.

Fotoquelle: PublicDomainPictures / Pixabaycreativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

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