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Teures Schlüsselerlebnis: Was bei der Wahl des Schlüsseldienstes zu beachten ist

Die Tür fällt ins Schloss, doch der Schlüssel ist noch in der Wohnung. Steckt er gar von innen, nutzt nicht einmal der bei den Eltern oder Kindern sorgsam deponierte Zweitschlüssel. Also muss der Schlüsselnotdienst her. Doch das kann teuer werden. Nicht selten nutzen unqualifizierte Monteure die Zwangslage des Kunden aus und kassieren unverschämte Preise. Dabei richten sie enorme Schäden an, die der Kunde auch noch teuer bezahlen muss. LVZ-Immo gibt Ihnen Tipps, wie Sie sich vor unseriösen Schlüsseldiensten schützen können.

Einen seriösen von einem unseriösen Schlüsselnotdienst zu unterscheiden, ist nicht einfach, dafür ist der Markt zu unübersichtlich. Fakt ist: Jeder Unternehmer in Deutschland kann einen Schlüsseldienst ohne Qualifikationsnachweis eröffnen. So gibt es Vermittlungsdienste, die unter verschiedenen Namen und Rufnummern inserieren und ihre Aufträge an Handwerker weitergeben, die oft allein agieren. Laut Verbraucherzentrale Sachsen soll es in Deutschland nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 7000 Schlüsseldienste geben. Allerdings gehörten nicht einmal fünf Prozent von ihnen einem Verband an.

Doch was darf das Türöffnen kosten?

Erfahrungen der Verbraucherzentrale Sachsen zufolge haben verschiedene Anbieter für den gleichen Service zwischen 90 und 500 Euro verlangt. Zu teilweise unnötigen Reparaturkosten kamen oft Arbeits- und Anfahrtskosten in beträchtlicher Höhe.

Auch kann das Türöffnen noch teurer sein, wenn beispielsweise der Schlüsseldienst die Tür aufbricht oder ein neues Schloss einsetzt. „Bei einer nur zugezogenen Tür ist das unnötig. Ein echter Fachmann würde die Tür mit ein paar Handgriffen für weniger als 100 Euro öffnen“, informiert Christina Siebenhüner von der Verbraucherzentrale Sachsen.

„Und bezahlen müssen Sie das neue Schloss auch nicht“, ergänzt Anke Matejka vom Mieterverein Leipzig. „Schließlich war der Schlüsseldienst nicht in der Lage, den Auftrag ordnungsgemäß zu erledigen.“ Unzulässig sei es außerdem, den Preis zu erhöhen, gar zu verdoppeln, wenn der Schlüsselnotdienst mit zwei Monteuren anrückt oder jede angebrochene halbe Stunde voll berechnet.

Erlaubt ist es den Notdiensten, bei ungewöhnlichen Tageszeiten sowie am Wochenende einen Aufschlag zu erheben. „Dabei sind sogar Zuschläge bis zu 100 Prozent möglich, wobei diese nach Einsatzzeit und Datum (Sonntag, Feiertag) gestaffelt werden müssen“, weist Siebenhüner hin. Hingegen widerrechtlich sei, wenn der Zuschlag auf die Gesamtrechnung aufgeschlagen wird. „Der Nachtzuschlag kann sich nur auf den Lohn und die lohnabhängigen Kosten wie Wegekosten beziehen, nicht jedoch auf Kosten für Fahrzeug, Spezialwerkzeuge oder Ersatzteile“, so Siebenhüner.

Generell gilt: „Muss der Mieter das Dreifache des ortsüblichen Entgelts zahlen, kann er den Betrag, der das Übliche überschreitet, zurückfordern“, so Matejka. „Der Vertrag kann dann wegen Wuchers nichtig sein, wenn der vom Verbraucher gezahlte oder zu zahlende Preis in einem auffälligen Missverhältnis zur Leistung des Schlüsseldienstes steht und die Schwäche des Verbrauchers in verwerflicher Weise ausgenutzt wurde“, erläutert Siebenhüner. Auch eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung sei möglich, wenn dem Verbraucher vorsätzlich zunächst ein niedriger Preis genannt wird, um ihn zur Auftragsvergabe zu veranlassen und dann ein überteuertes neues Schloss einbauen zu können.

Wenn es ans Bezahlen geht, bestehen viele Firmen auf Bargeld. Es gab sogar Fälle, bei denen Kunden zum Geldautomaten begleitet wurden. Doch auch wenn der Monteur darauf drängt, sollte der Mieter die Rechnung in Ruhe prüfen können. „Eine Klausel, in der der Schlüsseldienst eine zusätzliche Gebühr fordert, falls die Rechnung nicht sofort vor Ort beglichen wird, ist unwirksam. Der Mieter sollte die Rechnung in keinem Fall sofort begleichen“, rät Matejka.

Unsere Tipps:

Müssen Sie den Schlüsseldienst bemühen, wählen Sie ein Unternehmen in Ihrer Nähe. Fragen Sie nach den voraussichtlichen Kosten für Türöffnung und Anfahrt.

Sorgen Sie für Alternativen. Schlüsseldepote oder Club Mitgliedschaft spart in der Regel mehrere Hundert Euro. Kein Lästiges suchen nach dem richtigen Anbieter. Rufen Sie noch ein, zwei weitere Firmen an und vergleichen Sie die Preise. Vereinbaren Sie möglichst einen Festpreis.

Vor Ort sollte geprüft werden, ob das Schloss überhaupt ausgebaut werden muss. Ist die Tür ins Schloss gefallen, kann der Fachmann in der Regel diese mit wenig Aufwand öffnen. Prüfen Sie die Rechnung in Ruhe und zahlen Sie nicht sofort

 Bildquelle: azken_tximinoa / Foter / CC BY

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