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Teure Schlüssel-Erlebnisse durch Abzocke

Unseriöse Schlüsseldienste in Bremen

Teure Schlüssel-Erlebnisse durch Abzocke

In Bremen gibt es kaum Wettbewerb unter den Schlüsseldiensten. 90 Prozent der Telefonnummern gehören zu wenigen Anbietern. Das haben Recherchen von Radio Bremen in Zusammenarbeit mit dem Verbaucherportal Geld.de ergeben. Verbraucherschützer sprechen von Mafia und nach Radio-Bremen-Informationen ist inzwischen Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen einen Monteur eines Schlüsseldienstes erstattet worden. Konstantin Korosides von Geld.de nennt die Situation in Bremen „besonders krass“. Es gebe noch weniger Wettbewerb als in vielen anderen Städten Deutschlands.

Der Schlüssel liegt in der Wohnung und die Tür ist zu? Wer sich aussperrt, dem droht gleich der nächste Ärger: Denn in der Not wird oft der erstbeste Schlüsseldienst angerufen. Und genau das kann Sie teuer zu stehen kommen. Wer im Internet nach einer Telefonnummer für einen Bremer oder Berliner sowie Hamburger und Münchener Schlüsseldienst sucht, kommt auf mehrere Tausend Treffer. Eine Riesenauswahl. Aber nur scheinbar. Denn faktisch gibt es kaum regionalen Wettbewerb: In Bremen vereinen 20 Unternehmen 90 Prozent der Telefonbucheinträge zum Thema Schlüsseldienste auf sich. Das haben Recherchen vom Verbraucherportal Geld.de in Zusammenarbeit mit Radio Bremen ergeben. Der Großteil dieser Schlüsseldienste ist deutschlandweit aktiv.

90 Prozent nur Schein-Telefonnummern

Je mehr Konkurrenz, desto besser sind die Preise. So funktioniert eigentlich Wettbewerb. Nicht aber bei den Schlüsseldiensten. Denn die scheinbar unzähligen Anbieter in Bremen gehören nur zu wenigen Firmen. Die Verbraucherzentrale Bremen schätzt, dass 90 Prozent der Telefonnummern von Schlüsseldiensten nur Schein sind. Danach bleiben also gerade einmal zehn Prozent von Bremer Anbietern. Lovis Wambach von der Bremer Verbraucherzentrale spricht sogar von einer „Schlüsseldienst-Mafia“. Wer also in der Not einen Schlüsseldienst anruft, läuft Gefahr, immer wieder bei ein und demselben Anbieter zu landen. Preisvergleich? Nicht möglich.

Düsseldorfer kooperiert mit 30 Unternehmen im Raum Bremen

Eine Schlüsselfigur ist nach Recherchen von Geld.de Christian Schäfer, ein Düsseldorfer Unternehmer. Er besitzt die „Deutsche-Schlüsseldienst-Zentrale“. Dort laufen viele Telefonnummern – auch aus Bremen – ein. Im Gespräch mit Radio Bremen sagt er, er arbeite mit 30 Unternehmen in Bremen und im Umland zusammen. Alle in den Branchenbüchern genannten Adressen existieren seinen Angaben zufolge. Für eine Türöffnung berechnen er und seine Partner am Tag pauschal 159 Euro. Die Mehrwertsteuer kommt noch oben drauf. Bei den von der Polizei geprüften Bremer Schlüsseldiensten werden bis zu 80 Euro fällig, wenn es keine größeren Schwierigkeiten bei der Türöffnung gibt. Seinen Preis rechtfertigt Schäfer mit einem 24-Stunden-Service. Den bieten in der Stadt aber auch einige Handwerksbetriebe an. Auf die Frage, warum in den Branchenbüchern bei seinen Partnerunternehmen zwar Straßennamen, aber nie Hausnummern genannt sind, antwortet er: „Adressen lassen wir bewusst weg, weil es vorgekommen ist, dass Sonntagmorgens um sieben Uhr Leute bei dem Betrieb geklingelt haben, um sich einen Schlüssel machen zu lassen, und das in Stuttgart,Kassel Nürnberg sowie Berlin,Köln und Düsseldorf.

500 Euro fürs Tür aufmachen

Polizei und Verbraucherzentralen bekommen regelmäßig Beschwerden über Schlüsseldienste. Oft fühlen sie sich Kunden über den Tisch gezogen. Fast 500 Euro musste eine Bremer Frührentnerin im vergangenen Jahr dafür zahlen, dass ein Schlüsseldienst ihr die Tür aufmachte. „Der Monteur bestand auf Barzahlung“ sagt Jürgen Schöttke vom Landeskriminalamt Bremen. Der Mann vom Schlüsseldienst drängte die Frau sogar, sie zum Geldautomaten zu begleiten. Für den Polizisten ein Fall von Nötigung – und die ist strafbar. Die Masche unseriöser Anbieter funktioniert so: Wer denkt, einen Schlüsseldienst um die Ecke anzurufen, wird häufig in eine Telefonzentrale weitergeleitet. Dort werden die Aufträge eingesammelt und an Partnerunternehmen vergeben. Eine Auskunft über den Preis am Telefon gibt es fast nie. Das böse Erwachen kommt dann, wenn der Monteur die Tür wieder aufgemacht hat und die Rechnung präsentiert.

Wettbewerb? Fehlanzeige

Die Radio-Bremen-Recherchen und eine umfassende Studie vom Verbraucherportal Geld.de lassen nur einen Schluss zu: Die Schlüsseldienst-Branche wird von wenigen Unternehmen dominiert. Einen regionalen Wettbewerb gibt es faktisch nicht. Das Nachsehen haben Kunden, die in Not geraten. Das Dilemma ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale, dass nur wenige Fälle vor Gericht landen und es eine juristische Grauzone gibt: „Wenn es dann doch mal eng wird für einen unseriösen Schlüsseldienst, dann macht er seinen Laden schnell dicht und unter anderem Namen mit neuer Telefonnummer wieder auf“, beschreibt Lovis Wambach eine gängige Praxis. Wer Horrorrechnungen vermeiden will, kann auf die einfachste Strategie zurückgreifen: Alternative sind Clubmitglied bei Afl-24, oder einem Schlüsseldepot leider bringt das auch nur beim Aussperren was,bei Schloss defekten muss aber auch der Schlüsseldienst ran.

Bildquelle: Gustav H via Compfight cc

One thought on “Teure Schlüssel-Erlebnisse durch Abzocke

  1. Das mit den Scheintelefonnummern ist einfach nur lästig. Sowas schnappt uns seriösen Schlüsseldiensten die ortsansässige Kundschaft weg. Man wird einfach weitergeleitet in ein fernes Callcenter. Der Telefonist kann oft gar nicht sagen um welchen Schlüsseldienst es handelt.

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