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„Schlüsseldienst erlebt oft Not und Elend“

Zutritt dürfen sie den Rettungskräften nur im Beisein der Polizei oder einer Person mit rechtlicher Handhabe verschaffen. In diesem Jahr musste der Schlüsseldienst der Feuerwehr bereits achtmal ausrücken – so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.

Norden – „Wir wissen nie, was uns hinter der Tür erwartet“, sagt Werner Stellmacher, Leiter der Schlüsseldienstgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Norden. „Oft erleben wir Not und Elend.“

Bereits achtmal in diesem Jahr mussten er und seine Kollegen zu sogenannten Notfalltüröffnungen ausrücken. So viele Einsätze hatte es 2012 insgesamt gegeben. 2010 und 2011 waren es jeweils zwölf Einsätze gewesen. „In 80 Prozent der Fälle helfen wir älteren Menschen, die eigentlich auf einen Pflegedienst angewiesen wären“, sagt Stellmacher. Und weil die Bevölkerung immer älter werde, würden sich auch die Notrufe häufen.

Der Schlüsseldienst der Feuerwehr wird gerufen, wenn Gefahr in Verzug ist. Das heißt: sich hilflose Personen in der Wohnung befinden, jemand suizidgefährdet ist oder eine Gefahrenlage vorliegt. „Wir sind keine Konkurrenz zum normalen Schlüsseldienst“, betont Stellmacher. Zumal ihr Einsatz kostenlos ist.

Experten können jede Tür öffnen

In den meisten Fällen alarmieren Nachbarn, die bemerken, dass sich die Zeitungen im Briefkasten stapeln, oder besorgte Angehörige, die seit langem niemanden erreicht haben, die Polizei und den Rettungsdienst. „Wir sind die Letzten in der Kette, die vor Ort eintreffen“, sagt Stellmacher. Ohnehin darf der Schlüsseldienst eine Tür nur im Beisein der Polizei, dem Eigentümer oder einer anderen Person mit rechtlicher Handhabe öffnen.

„Wenn wir ankommen, sichten wir zunächst die Situation“, schildert Stellmacher den Einsatzablauf. Am leichtesten sei es, wenn ein Fenster gekippt ist. Das lasse sich mit einer Ziehschlaufe öffnen. Oft gebe es auch Hintertüren, die leichter zu öffnen seien als die Haustür. „Doch auch für sie haben wir Spezialwerkzeug. Bisher ist keine Tür zu geblieben.“

Nicht selten hätten sie beim Öffnen der Tür ein mulmiges Gefühl. So auch bei ihrem bisher einzigen Fall in diesem Jahr, bei dem der Notruf zu spät kam. „Von draußen hörten wir einen Hund kläffen.“ Als sie die Tür öffneten, saß das Tier an der Seite seines verstorbenen Herrchens. „Wir mussten den Hund mit der Leine einfangen, weil er die Sanitäter nicht an den Mann lassen wollte. Das war reiner Beschützerinstinkt“, sagt Stellmacher.

Quelle: OZI Ostfriesenzeitung

Von Grit Mühring

Bildquelle: ** RCB ** via photopin cc

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