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Schlüssel weg: Das kann teuer werden

Die Apothekerin Petra Magiera hat bei einem Spaziergang ihren Hausschlüssel verloren. Mit dem Schlüsseldienst machte sie allerdings schlechte Erfahrungen. Der ließ zu zunächst einmal lange warten.

Schleiden – Wütend ist Petra Magiera heute immer noch, doch ändern lässt sich an ihrer schlechten Erfahrung wohl nichts mehr. Als Fazit sagt sie: „Ein Fenster einzuschlagen oder eine Tür einzutreten, das wäre mit Sicherheit billiger gewesen als den Schlüsseldienst zu holen.“

Es war an einem Mittwochnachmittag, als Petra Magiera noch mal kurz eine Runde drehen wollte. Sie packte ihren Hausschlüssel ein und lief durch die Natur. Es wurde dunkler und kälter, und als sie wieder vor ihrer Wohnungstür stand, war der Schlüssel futsch. Bei einer Nachbarin suchte sich die 47-Jährige in den regionalen „Gelben Seiten“ des Telefonbuchs einen Schlüsseldienst heraus. Sie wählte die erste Nummer, der die Worte „Umgebung Schleiden kostenlos“ beigefügt waren.

„Es kam aber keiner“

Dem Mann am anderen Ende der Leitung schilderte die Apothekerin ihren Fall. Der Gesprächspartner interessierte sich für Postleitzahl, Adresse und Telefonnummer. Recht schnell wollte er jedoch auch wissen: „Wo haben Sie denn unsere Nummer entdeckt?“ Die Kundin, die ja in einer Notlage steckte, ärgerte sich in diesem Moment über die sekundäre Frage und beantwortete sie nicht.

Einige Minuten nach dem ersten Gespräch rief der Mann des Schlüsseldienstes auf dem Handy von Petra Magiera zurück und erklärte, dass ein Mitarbeiter aus Blankenheim in einer halben Stunde vor Ort sei, um zu helfen. Magiera: „Es kam aber keiner.“ 45 Minuten später wählte sie die Schlüsseldienst-Hotline erneut an, diesmal nahm eine Frau das Gespräch entgegen. Der Mitarbeiter habe noch einen Auftrag in einem Altenheim zu erledigen, hieß es. Rund anderthalb Stunden später stand der Mann dann tatsächlich in Gemünd vor der Wohnungstür. Wohlgemerkt war es jetzt auch schon weit nach 18 Uhr, was sich später auf den Preis auswirken sollte.

Magiera: „Noch bevor der Schlüsseldienst-Mitarbeiter die Tür öffnete, musste ich unterschreiben, dass ich bar oder mit Karte bezahle.“ Er nannte weder den genauen Preis noch gab es eine Rechnung. Petra Magiera ahnte zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, wie teuer so ein Einsatz werden kann. Ohne dass ihm jemand über die Schulter schauen konnte, öffnete der Mann vom Schlüsseldienst mit einer Drahtkonstruktion die Tür. Dazu sagte er noch: „Gut, dass die Tür nicht richtig abgeschlossen war. Sonst wäre der Einsatz noch um einige hundert Euro teurer geworden.“

Petra Magiera schluckte. In der Wohnung wollte der Fachmann den Ausweis der Frau sehen. Zudem präsentierte er die Gesamtrechnung von 261,80 Euro und eine Auftragsbescheinigung.

Monika Schiffer, Leiterin der Euskirchener Verbraucherzentrale, kennt die Problematik. Sie erklärte dazu: „Alles ist billiger als der normale Schlüsseldienst, dann lieber im Luxushotel übernachten.“ Oft werde durch die Anzeigen suggeriert, dass die Mitarbeiter des Schlüsseldienstes ganz in der Nähe säßen, was nicht unbedingt stimmen müsse. Auch würden die Kunden nicht selten unter Druck gesetzt, die Schlüsseldienst-Mitarbeiter hätten in der Regel ein EC-Kartenlesegerät dabei oder würden mit den Kunden zum Bankautomaten fahren.

Manchmal würden auch noch völlig überteuerte Schlösser neu eingebaut. Schiffer: „Wenn die Leute erst bezahlt haben, dann wird es schwierig, das Geld zurückzuholen.“ Ortsübliche Preise werden nicht eingehalten, ladungsfähige Adressen existieren oft nicht.

Quelle Kölner Stadt-Anzeiger

Bildquelle: gadl via Compfight cc

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