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Ein sündhaft teueres Schlüssel Erlebnis

Ein ganz besonderes „Schlüssel-Erlebnis“ hatte Angelika Brandt, nachdem ihre Tür ins Schloss gefallen war und sie nicht wieder in ihr Haus kam.

Everswinkel – Wem ist es nicht schon einmal passiert? Man geht ein paar Schritte vor die Haustür, und die Tür fällt von allein ins Schloss. Und wenn dann noch ein Schlüssel von innen steckt, hilft oft nicht einmal der beim Nachbarn hinterlegte Ersatzschlüssel. Dann ist nicht nur guter Rat teuer, denn wenn der Unglücksrabe an eine Firma gerät, die die Not dieser Menschen schamlos ausnutzt, kann das Ganze mehr als 600 Euro kosten und so in einem finanziellen Fiasko enden.

So kürzlich geschehen vor der Haustür von Angelika Brandt am Erlengrund in Everswinkel. „Nach dem ersten Schock bin ich zum Nachbarn gegangen, und wir haben in den ‚Gelben Seiten‘ einen ‚Everswinkeler Schlüsseldienst‘ mit einer Rufnummer im Schmalen Kamp gefunden“, schildert sie den ersten Schritt.

„Dann kann es ja nicht so teuer werden“, sei ihre Einschätzung gewesen. Das unter der Rufnummer „Anrufweiterleitung zum Firmensitz“ vermerkt war, habe sie nicht weiter beunruhigt. Wie sich erst später herausstellen sollte, war der Firmensitz dann allerdings in Essen. „Wir kommen in etwa einer Stunde, war die Ankündigung am Telefon, aus der dann zwei Stunden wurden“, erzählt Angelika Brandt weiter.

Außerdem sei gefragt worden, wie sie denn die Rechnung bezahlen wolle, in Bar oder mit EC-Karte. „Der Mann vom Schlüsseldienst hat sich vor Beginn der Arbeit von mir den Auftrag in Höhe von 159 Euro für den Einsatz, weiteren 159 Euro Sonntagszuschlag plus 30 Euro Anfahrt vor Beginn der Arbeiten unterschreiben lassen“, räumt Angelika Brand ein.

„Denn ich sah dazu keine Alternative und fühlte mich irgendwie aus-geliefert.“ Da die Öffnungsversuche mit einfachen Mitteln scheiterten, sei das Schloss aufgebohrt worden. „Dem Vorschlag, den Schließzylinder zu ersetzen, bin ich gefolgt, ohne allerdings zu wissen, dass damit nochmals 160 Euro fällig wurden.“

Da sich alle Preise ohne Mehrwertsteuer verstehen, ergab sich so die stolze Summe von 604 Euro. „Sie müssen schon bar bezahlen, denn das Kartenlesegerät ist derzeit defekt“, sei dann die nächste Überraschung gewesen, so dass sie sich habe Bargeld besorgen müssen. Wechselgeld hatte der gute Mann natürlich nicht dabei. „Obwohl mir nicht danach zu Mute war, habe ich so noch 6 Euro Trinkgeld gegeben.“

Aber das sollte noch nicht das Ende des Desasters sein. „Zu den Schloss können Sie sich weitere Schlüssel überall nachmachen lassen“, habe der Mann vom Schlüsseldienst ihr versprochen“, erzählt Angelika Brandt. Dem war leider nicht so, wie sie ein paar Tage später habe erfahren müssen. Jetzt bekommt die Haustür erneut einen anderen Schließzylinder und das 160-Euro-Stück kann in den Schrott wandern. Dass der neue Schließzylinder nur rund 30 Euro gekostet hat, sei noch am Rande erwähnt.

„Wie soll man sich verhalten, wenn man vor einer verschlossenen Tür steht und Hilfe braucht“, lautete die Frage, die die Westfälischen Nachrichten an Jürgen Gausebeck von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Warendorf gestellt haben. „Auch bei örtlichen Telefonnummern, die meist weitergeleitet werden, sollte man immer fragen: ‚Woher kommen Sie und was kostet der Einsatz‘ lautet eine wichtige Verhaltensregel“, so Gausebeck.

Aber noch besser sei: „Wenden Sie sich an eine örtliche Firma ihres Vertrauens, auch wenn es am Wochenende passiert.“ In den meisten Fällen werde auch am Sonntag kurzfristig geholfen. Auch für diejenigen, die keinen geeigneten Handwerksbetrieb kennen, hat Gausebeck einen Tipp parat: „Rufen Sie die Polizei an und lassen Sie sich Firmen nennen, die so etwas machen.“

Angelika Brandt hat inzwischen längst ihren Humor wiedergefunden: „Ich kann nur jedem wünschen, dass es nicht am Sonntag passiert. Und wenn doch, ist eine Übernachtung in einem Hotel billiger als der Sonntagszuschlag“, nennt sie schmunzelnd eine der Lehren aus dem Vorfall. Dazu kämen noch die vielen guten Ratschläge von Freunden und Bekannten, was sie anders und besser hätte machen können. Aber wie heiße doch die schöne Redewendung? „Im Nachhinein ist man immer schlauer“. Und das gelte natürlich auch nach einem solchen „Schlüssel-Erlebnis“

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