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Abzocker in Bad Essen: Ein neues Türschloss für 500 Euro

Altkreis Wittlage. Das Türschloss klemmt, es hakt und ist mit dem Schlüssel nicht zu öffnen. Auch der Josef-Matula-Kreditkartentrick funktioniert nicht. Oder: Die Haustür zugeschlagen, alle Schlüssel im Haus, kein Fenster auf. Was tun?

Der erste Gedanke: Ein Schlüsseldienst muss her. Nur welcher?

Sucht man beispielsweise für Bad Essen einen Schlüsseldienst wird man schnell fündig. Allein im Internet finden sich für Bad Essen mehr als 35 verschiedene Einträge zu Schlüsseldiensten. Ortsansässig ist aber nur der bekannte und korrekte Schlüsseldienst Bonkowski in Wehrendorf.

Bereits vor zwei Jahren hatte unsere Zeitung über undurchsichtige Geschäftspraktiken von Schlüsseldiensten berichtet, die im Wittlager Land aktiv geworden waren. In den vergangenen Wochen und Monaten sind wieder vermehrt Beschwerden von Verbrauchern aufgetreten.

Geschäftsinhaber Thomas Meyer vom Schlüsseldienst Bonkowski ist mittlerweile genervt. „Die Leute beschweren sich bei uns, weil sie bei den Schlüsseldiensten, die sie im Internet  Gelbe Seiten oder Telefonbuch finden, so viel bezahlen müssen“, erzählt er.

Und zahlen müssen sie in der Tat eine Menge Geld. So kann das Öffnen der Tür zehn Minuten dauern und bei dubiosen „Helfern“ schon mal 400 oder 500 und mehr Euro kosten. Eine gängige Vorgehensweise: „Die meisten Monteure wollen das Geld gleich bar oder per EC Karte  noch vor Ort haben“, sagt Meyer.

Er kennt die Masche der schwarzen Schafe unter den Schlüsseldiensten. Zwischen Weihnachten und Neujahr sind täglich zwei bis drei Beschwerdeanrufe von Anwohnern bei ihm eingegangen.

„Viele Kunden denken, dass wir das sind“ , berichtet Meyer und beklagt, dass seriöse Firmen so unverschuldet in ein schlechtes Licht geraten können.

Sucht man im Internet, so erscheinen die Anzeigen nur mit einer Handynummer und ohne Adresse. Aus dieser Nummer wird nicht ersichtlich, wohin der Anruf geht. Die kann theoretisch aus ganz Deutschland kommen. De facto stammen die Abzocker oft aus Bielefeld, Gütersloh oder dem Ruhrgebiet. Die Kunden werden häufig mit einer Zentrale verbunden.

Dann wird ihnen ein Monteur zugeteilt, der nicht selten eineinhalb Stunden auf sich warten lässt. Wenn jemand schon über eine Stunde Anfahrtszeit habe, dann könne er nicht aus der Nähe kommen, weiß Thomas Meyer.

Die Erfahrung musste auch Jakob Dick machen. „Ich musste eineinhalb Stunden auf den Schlüsseldienst warten und musste sofort 250 Euro in bar zahlen“, erinnert er sich. Heute ist er Kunde bei Bonkowski und lässt sich nicht mehr auf dubiose Schlüsseldienste ein.

Viele Kunden zahlen in ihrer Notsituation aber die hohe Rechnung, denn die wenigsten kennen sich mit den branchenüblichen Preisen aus und sind einfach froh, wieder ins Haus zu kommen. In einer Extremsituation ist der Schlüsselmann eben am längeren Hebel. Für Meyer sind die Schlüsseldienste, die unter Bad Essen im Telefonbuch aufgelistet größtenteils Abzocker.

Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf sind die Einträge in Branchenbüchern untersagt, wenn der Schlüsseldienst kein Büro oder eine Niederlassung vor Ort hat.

Aber wie kann man sich als Verbraucher davor Schützen, wenn man mal in dieser misslichen Lage ist und die Tür geöffnet werden muss? In einigen Fällen kann der Verbraucher etwas bewirken, wenn er einen Anwalt zurate zieht.

Quelle Noz.de

Bildquelle: |Chris| via Compfight cc

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